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Ein guter Anblick

Ein guter Anblick

 

von Armin Uhe 2015

 

 

Was so alles bei einer Dorster Traditionsjagd geschehen kann, erlebten nicht nur Dorster Jäger, sondern auch einige Jagdgäste aus dem flachen Land.

Es war vor einigen Jahren an einem klaren aber frostigen Dezembertag in zwei Dorster

Jagdrevieren. Bereits bei der Ansprache eines Jagdleiters kam es zu Missverständ-nissen, entweder lag es an der undeutlichen Aussprache eines Jagdgastes, oder an den

Knalltrauma geschädigten Ohren des einen Jagdleiters.

Ein Jagdgast und gestandener Jäger fragte, was maximal zwei ungeklärte Anschüsse pro Stand bedeuten und wenn er zweimal bei einem Fuchs vorbeigeschossen hätte, ob er dann nicht mehr auf eine anwechselnde Sau schießen dürfte. Durch das einsetzende Gerede verstand der Jagdleiter im wahrsten Sinne des Wortes „Bahnhof“.

Er hatte von dem Jagdgast verstanden, wenn er sich zweimal in den Fuß geschossen hätte, ob er dann noch auf anwechselnde Sauen schießen dürfte. Darauf antwortete der

Jagdleiter nur, dann wäre die Jagd so oder so für ihn an diesem Tag zu Ende und fuhr in seiner Ansprache fort.

Aber es sollte nicht das letzte Missverständnis an diesem doch später ereignisreichen Jagdtag sein. Es sollten an diesem Tag eigentlich drei Treiben, ähnlich einer Drückjagd, durchgeführt werden. Das erste Treiben verlief, bis auf ein später zu erörterndes Vor-kommen, unproblematisch. Für das nächste Treiben wurde sich auf dem Aussiedlerhof

des einen Jagdpächters versammelt und man besprach das Vorgehen des nächsten Treibens.

Da sah einer der versammelten Jäger eine starke Rotte Wildschweine aus Richtung  „Lange Äcker“ direkt auf das  kurz vorher durchgedrückte Waldstück ziehen.

Nun ging alles sehr schnell. Einige Waidgesellen fuhren sofort mit zwei Autos zur Kreis-straße, da vermutlich die Rotte über die Straße in das andere Waldstück wechseln wollte. So richtig gedacht kamen auch zwei Sauen kurz vor dem Überqueren der Straße zur Strecke und die Rotte wechselte nun in das große Senffeld am „Gänseberg“. Sofort wurde das Senffeld mit den anwesenden Jägern umstellt und die Treiber gingen mit den Hundeführern von der Kreisstraße her durch das Senffeld. Durch die gut arbeitenden Hunde mit ihren Führern und den jetzt besonders gut motivierten Treibern, kamen die Jäger nun zum Zuge. Manche Büchse donnerte nun beim Anblick von Wildschweinen, vorausgesetzt bei entsprechender Deckung mit Kugelfang.

An diesem kalten Jagdtag wäre die Strecke mit Sicherheit größer gewesen, wenn da nicht einige Waidgesellen diverse Probleme mit ihrer Waffe und Munition gehabt hätten. Da vergaß doch glatt ein Jäger und Kreistagsabgeordneter die passende Munition für seine Büchse. Eine Jägerin hatte, vermutlich wegen der starken Kälte, Probleme mit dem Kammerstengel und konnte trotz Anlauf nicht schießen. Eine andere Jägerin, sonst eine gute Schützin,  schoss mehrfach daneben. Ein weiterer Jagdgast hatte sich eine Waffe ausgeliehen und auch konstant daneben geschossen. Ein Jagdgast aus dem flachen Land, vermutlich etwas blaublütig, saß als erster Schütze vor dem Senfacker und obwohl bereits einige Schüsse gefallen waren, bequemte er sich nicht von seinem vermutlich gepolstertem Sitzstock zu erheben und es bestand hier somit die Gefahr nicht rechtzeitig zum Schuss zu kommen. Auch ein beauftragter Treckerfahrer und Mitglied des Jagdvorstandes, hielt es beim Donnern der Büchsen nicht mehr auf seinem Hof, obwohl er auf Abruf zu Hause wartete. Den Trecker hinten mit einer offenen Ladevorrichtung versehen, nahm er ohne Auftrag, das erstbeste Wildschwein am Herrwege auf und brachte es zum Streckenplatz, hierbei verschmutzte er den gesamten Herrweg mit Schweiß (Blut), so dass später Spaziergänger erschrocken umkehrten.

Ähnlichkeiten mit noch lebenden, oder bereits verstorbenen Personen, waren beabsichtigt.